haddak.de https://haddak.de Zeitschrift des Deutschen Pfadfinderbundes Mosaik. Sat, 18 Jun 2016 10:00:56 +0000 de-DE hourly 1 Ceterum censeo… https://haddak.de/ceterum-censeo/ https://haddak.de/ceterum-censeo/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:56 +0000 http://haddak.de/?p=5356 Weiter »]]> So oder so ähnlich lässt sich der Wunsch nach einem neuen Banner für unseren Stamm in einem Satz zusammenfassen, der den angeblich regelmäßigen Schlussworten des Senators aus der mittleren römischen Republik, Cato der Älteren, entlehnt ist. Wir brauchen ein neues Banner, ein richtiges Banner. Keine dünne Polyesterfahne mit unserem Stammeslogo drauf, die wie eine schäbige Fußballfahne wirkt. Wie kamen Generationen vor uns überhaupt auf die Idee, so einen Lumpen als Banner zu deklarieren? Wir erkundigen uns bei Älteren aus dem Stamm und es stellt sich heraus, dass dieser Druck quasi auf eine Aktion eines Einzelnen zurückzuführen ist, die schon zeitgenössisch sehr stark kritisiert wurde. Nun gut, dennoch ist keiner damit zufrieden: Wir brauchen ein neues Banner.

Wie kamen Generationen vor uns überhaupt auf die Idee, so einen Lumpen als Banner zu deklarieren?

Auf dem Meißnerlager im Herbst 2013 entschließen Anna, unsere damalige Stammesführerin, und ich uns dazu, das Projekt »neues Banner« weiter anzugehen. Doch was gehört überhaupt auf ein Banner, also ein richtiges Banner? Wie viel Heraldik muss berücksichtigt werden? Wir merken schon, so leicht wird das Ganze nicht werden. Petra aus unserem Förderkreis klärt uns auf: Bundesabzeichen, Lilie, Stammesabzeichen und das Wappen des Heimatortes sollen da irgendwie drauf. Wir lassen ein paar Wochen später in der Leiterrunde darüber abstimmen, ob wir überhaupt ein

Das alte Banner: Hier als Cape
Das alte Banner: Hier als Cape

neues Banner wollen. Ergebnis? Einstimmig dafür. Nächste Frage: Sollen wir das Köln-Wappen nehmen oder doch lieber das Wappen unseres heißgeliebten Stadtteils Köln-Mauenheim? Eigentlich hätten wir uns die Frage sparen können. Selbstverständlich wird Mauenheim einstimmig angenommen. Dieses Wappen fungierte bis in die 90er-Jahre auch als unser Stammesabzeichen. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Jetzt muss das Ding nur noch entworfen und genäht, gestickt und was auch immer werden. Voller Stolz kündige ich auf dem Herbstthing an, dass wir uns ein neues Banner schenken. »Ja, ja, beim nächsten Thing könnt ihr euch das neue Banner anschauen«.

Doch jetzt geht’s erst richtig los. Jemand muss den Aufbau des neuen Banners designen. Vorder- und Rückseite. Doch was gehört wo drauf? Egal, Anna Schlechter erklärt sich bereit, etwas zu entwickeln, dann schauen wir weiter. Wir finden noch eine weitere Roverin, Mo, die das Ganze mit Anna zusammen erarbeitet. Es dauert einige Zeit und das Thema »Banner« verläuft im Zuge der laufenden Fahrtensaison ein wenig im Sande. Aber: Wir sind der Meinung, dass Karthago ein neues Banner braucht!

Nach einiger Zeit erhalten wir die Skizze. Wir sind angenehm überrascht. Läuft! Doch wie groß soll das Banner sein? Wie groß die einzelnen Embleme? Kann das Banner bei der und der Größe überhaupt noch im Winde wehen? Einige meinen: »Ach, Größe ist egal, es kommt auf die Farbe an.« Andere sind mittlerweile doch von der Anordnung der Embleme abgeneigt. Welche Form sollen die Hintergründe der Embleme annehmen? Elliptisch, rund, quadratisch. Welches Wappen soll in welcher Höhe liegen? Jeder hat irgendwie seine eigene Vorstellung und wir kommen nur schwer zu einem Ergebnis. Bei circa 25 Leuten in der Leiterrunde auch gar nicht mal so einfach. Ist das Ganze überhaupt umsetzbar? Aber: Wir sind der Meinung, dass Karthago ein neues Banner braucht

Ein Banner mit Klettverschlusswappen, die man je nach Anlass variierend befestigen kann?

Nach und nach kommen mir Zweifel auf. Wer meinen Stamm etwas genauer kennt, kennt vielleicht auch das Verhältnis zu unserem Banner und vor allem den Umgang mit ihm. Es flog gerne schon mal geknüddelt in der Ecke rum, war teilweise verschollen, fungierte als Superman-Umhang für die jeweilige Stammesführung, diente als Trockentuch und musste für weitere Dinge herhalten, die Pfadfinder aus anderen Stämmen wahrscheinlich in Ohnmacht versetzen würden. Im Grunde scheinen uns Traditionen, beziehungsweise Regeln hinsichtlich des Banners, aus anderen Stämmen äußerst suspekt. Ja, genau, das ist doch eigentlich das, was uns ausmacht und zu unserer Stammeskultur auch dazu zählt: Uns selbst nicht zu ernst zu nehmen, selbst über uns lachen zu können und ja, auch gewissermaßen anders zu sein.

Nach zwei weiteren Things unseres Ringes haben wir immer noch kein Banner. Wir räumen unserer Jahresplanungsfahrt im Herbst 2014 mit Hinblick auf das neue Banner einen großen Zeitraum ein und die Diskussionen, wie denn unser Banner genau gestaltet werden soll, werden immer abstruser, was ich an dieser Stelle lediglich auf den Gipfel des Absurden dieser Diskussion reduzieren möchte: Es kam der – ernst gemeinte – Vorschlag auf, das Banner mit Klettverschlusswappen zu versehen, die man je nach Anlass variierend befestigen könnte. Zu viel des Guten – definitiv. Letztendlich kann man sich dann doch ein paar Stunden später auf das endgültige Design einigen.

Ab in die Produktion. Doch nach einigen Wochen müssen wir feststellen, dass wir das selber nicht schaffen. Daher werden einige professionelle Fahnenmacher gesucht und mit Anfragen übersät. Dass die Kostenvoranschläge jedoch so hoch ausfallen, hatte keiner erwartet. Diese Summen können wir nicht aufbringen.

Wir schreiben mittlerweile Herbst 2015. Mehr als zwei Jahre nach dem Meißnerlager sind vergangen. Nahezu resigniert verkünden wir auf dem nächsten Herbstthing, dass wir immer noch kein neues Banner haben. Zu hoch sind die Preise für uns. Aber: Wir sind der Meinung, dass Karthago ein neues Banner braucht. Und dann auf einmal kommt die Überraschung. Sigrid vom Stamm Argonauten bietet so aus dem mir nichts, dir nichts an, dass sie das ruhig machen könne. Was’n da los? So einfach geht das? Innerhalb von 3 Wochen würden wir das Banner in den Händen halten. »Ja, nee, is’ klar…«.

Nach 3 Wochen weiterer Wartezeit kann ich es nicht fassen. Unser Banner ist nach mehr als zwei Jahren fertig. An dieser Stelle noch einmal großen Dank an Sigrid!

Schnell verfliegt mein Zweifel, ob ein Stück Stoff überhaupt wichtig für den Stamm sei. Als ich es endlich in meinen Händen halte, bin ich so gerührt, dass ich mir sogar ein paar kleine Tränchen verkneifen muss. Wie kindisch. Dennoch: Endlich hat Karthago ein neues – richtiges – Banner. Und doch, es passt zu uns. »Trotz« tollem Banner empfinde ich es nicht als Stammesheiligtum, das nur von einer exklusiven Gruppe berührt werden darf, sondern uns allen gehört. Egal: Wir freuen uns einfach, endlich ein schönes Banner zu haben. Aber urteilen sollt ihr natürlich selbst.

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haddaque cuisine https://haddak.de/haddaque-cuisine-2016-01/ https://haddak.de/haddaque-cuisine-2016-01/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:53 +0000 http://haddak.de/?p=5327 Weiter »]]>

Für dieses geniale Rezept braucht ihr nicht mehr als euren Hopo und einen Kochlöffel. Es wird alles zusammen in einen Topf geworfen und gekocht.

Zutaten für 6 Personen oder 2-3 Pfadfinder:

  • 500g Nudeln
  • 750g Cocktailtomaten
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • Salz, Pfeffer, Chili
  • 3 TL Oregano
  • 1,5l Wasser
  • 3 Handvoll Basilikum
  • Dazu: Parmesan oder Cashewkerne

Zwiebeln und Knoblauch kleinhacken, Cocktailtomaten waschen und halbieren. Alle Zutaten kommen nun zusammen in den Hopo (wenn ihr Spaghetti nehmt, brecht sie vorher durch). Das Ganze mit dem Wasser übergießen und zum Kochen bringen. Die One Pot Pasta braucht etwa 10 Minuten, bis sie gar ist. Regelmäßig rühren, damit nichts anbrennt.

Zum Schluss nochmals mit Gewürzen abschmecken.

Das Wasser sollte zum Ende der Garzeit vollständig verkocht sein. Lasst es etwas länger auf dem Feuer, wenn das noch nicht der Fall ist. Natürlich solltet ihr auch Wasser nachgießen, wenn die Nudeln noch nicht gar sind.

Guten Appetit!

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Pfadfinderfutterberatung der besonderen Art https://haddak.de/pfadfinderfutterberatung-der-besonderen-art/ https://haddak.de/pfadfinderfutterberatung-der-besonderen-art/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:51 +0000 http://haddak.de/?p=5354 Weiter »]]>

Der DPV hat bei seiner letzten Mitgliederversammlung eine Ernährungsrichtlinie beschlossen (Ein Originalabruck findet ihr unten). Unser Bund setzt bereits viel aus diesem Manifest um; das letzte BuSiFe war fast fleischlos, dafür aber fast ausschließlich biologisch und beim Bundeslager in Montenegro landeten fast ausschließlich Nahrungsmittel aus Grahovo im Koschi. Doch was ist mit den Sippen, den Stämmen oder gar dem Bund? Müssen diese ihre Versorgung jetzt auch umstellen? Ein Kommentar.

Für einen Wölfling oder Sippling ist dieser Gedanke meist selbstverständlich. Für einen Sippenführer ist er eher befremdlich, geht man doch meist mit dem Anspruch auf Fahrt, gleich gutes oder besseres Essen zuzubereiten als es unsere eigene Führung uns vorsetzte. Manchmal gelingt das sogar. Fährt man mit dem Stamm oder dem Ring weg, so gehen schon bald die Diskussionen los: Es gibt Allergien, Intoleranzen und bewusste Essentscheidungen, die die Küchencrew regelmäßig in die Verzweiflung treiben. Man kann es leider nicht allen recht machen. Auf unseren Bundesveranstaltungen ist es ähnlich kompliziert.

Jetzt kann man sich vorstellen, dass es im DPV noch komplizierter ist, kommen hier doch zusätzlich noch die unterschiedlichen Bundestraditionen hinzu. Das dachten sich auch die alten Weisen, die nun einen Leitfaden für Essen auf der DPV-Mitgliederversamlung beschlossen haben. Was? Der DPV als Ernährungsberater? Schreibt man uns jetzt vor, wieviel Gramm Salat und Nudeln wir zu essen haben?

Hier kann man viele Ängste schüren und ein Chor gegrölter Kommentare scheint unausweichlich. Zunächst: Nur weil der DPV sich etwas wünscht, muss man das nicht mit der Sippe geschweige denn Stamm, Ring oder Bund umsetzen. Man möchte damit nur den Planern bestimmter DPV-Aktionen ein wenig helfen und sie nicht alleine im Regen stehen lassen. Inhaltlich wünscht man sich regelmäßiges Essen, dabei einmal am Tag ein warmes Essen. Das sollte nach Möglichkeit vegetarisch oder gar vegan sein. Es sollte darüber hinaus nachhaltig sein, z.B kann man überprüfen, wie nachhaltig der Fisch gefangen wurde, aber auch Produkte aus der Region kaufen und solche die in der betreffenden Jahreszeit geerntet werden.

Gibt es wohlmöglich Leser, die nun trauern: »Aber ohne Fleisch, ohne Erdbeeren im Herbst! Das geht doch nicht!« Ihr könnt gerne weiterheulen – doch bitte: Heult leise!

Ihr könnt gerne weiterheulen – doch bitte: Heult leise!

Als Pfadfinder hätten es im Grunde nicht eines solchen Beschlusses der DPV-Mitgliederversammlung bedurft, um unser Essverhalten zu überdenken. Es ist im Grunde in unseren Pfadfinderregeln längst verankert. Und aus eigener Erfahrung kann ich berichten: Man stirbt nicht, wenn man z.B. für Planungstreffen auf vermeintlich gewohnte Essstrukturen verzichtet und sich einmal im Halbjahr mal mit seiner Ernährung beschäftigt. Für die letzten Heuler: Es schmeckt sogar! Versucht es und lasst euch überraschen. Und wenn das nicht zutrifft: Man lernt ja nie aus und die Sipplinge wollen es ja sowieso viel besser machen als die Sippenführung!

Leitfaden für Essen auf DPV Planungstreffen / Mitgliederversammlungen / Bundesführertreffen

Die folgenden Zeilen sollen Küchenteams auf DPV-Veranstaltungen eine Richtschnur sein, welche Erwartungen an das Essen gestellt werden. Ihr als Küchenteam entscheidet aber letztendlich was auf den Tisch kommt.

Die Küchencrew und ihre Aufgaben

Grundsätzlich sollte die Küche nicht von den Teilnehmern gestellt werden. Die Küchencrew soll und darf aber selbstverständlich am Programm teilnehmen. Die Aufgaben der Küchencrew sind die Planung, der Einkauf, das Kochen und das Organisieren der Küche. Sie ist in keinem Fall die Putz- und Spülkolonne der Veranstaltung. Die Teilnehmer sollten z.B. beim Abräumen der Tische oder zum Spülen in die Pflicht genommen werden. Das Budget Als Budget für die Verpflegung könnt Ihr von 6 bis 8 Euro pro Tag und Teilnehmer ausgehen, je nachdem wie aufwändig und ausgewogen gekocht werden soll. Für eine Wochenendveranstaltung von Freitagabend bis Sonntagmittag wären das bis zu 15,- / 16,- Euro als Richtschnur. Auf das Mittagessen Sonntagmittag sollte man regelmäßig verzichten, da sich meist alle schnell auf die Heimreise begeben wollen. Ausnahmsweise sollte man ein Mittagessen Sonntag einplanen, wenn das die Teilnehmer der Veranstaltung wünschen bzw. miteinander verabredet haben.

Essenswünsche

Auf Essenwünsche, seien sie religiös, medizinisch oder auch persönlich begründet, ist Rücksicht zu nehmen und dies gilt für jede Mahlzeit. Alternativen können mit den betroffenen Personen direkt besprochen werden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich Teilnehmer sehr über regionaltypische Gerichte und Gewohnheiten beim Essen freuen. Sollten einmal die eigenen Ideen für Gerichte ausgehen, haben die Teilnehmer mit Sicherheit gute Vorschläge.

Getränke

Wir erwarten, dass es eine Auswahl an nichtalkoholischen Getränken gibt. Dies beinhaltet neben Kaffee und Tees auch Mineralwasser, Schorlen und Säfte. Eine große Auswahl z.B. von Säften ist kein Muss. Stilles Wasser sollte auf Grund der Nachhaltigkeit nicht eingekauft werden. Auf Getränke wie Cola, Fanta, Sprite oder Energiedrinks ist zu verzichten. Alkoholische Getränke werden nicht kostenlos zu Verfügung gestellt. Die Kosten übernehmen die konsumierenden Teilnehmer, Tschai/Chai ist hiervon ausgenommen. Bei der Frage, ob es überhaupt offiziell Alkohol gibt, liegt die Entscheidung beim Veranstalter. Selbstverständlich darf Alkohol zum Kochen gekauft werden.

Frühstück

Unter einem Frühstück verstehen wir eine Auswahl von Brot/Brötchen, Käse, Weichkäse, Marmelade, Schokoaufstrich, Gemüse (z.B. Tomate, Gurke), Obst und Müsli/Cornflakes. Für Wurst gilt: Lieber Klasse statt Masse, und sie muss auch nur optional gestellt werden.

Mittag- und Abendessen

Wir gehen von einer warmen Mahlzeit am Tag aus, in der Regel sollte diese das Abendessen sein. Die andere Mahlzeit kann eine Brotzeit, ein Lunchpaket oder eine dem Programm angepasste Alternative sein. Hier gilt ebenfalls: Auf Fleischprodukte sollte lieber verzichtet werden, wenn z.B. aufgrund des Budgets nur zu billigem Fleisch gegriffen werden kann. Vegetarische und vegane Hauptmahlzeiten sind erwünscht.

Nachhaltigkeit

Versucht bei eurer Essensplanung auf regionale und saisonale Lebensmittel zu achten. Auf Fleischprodukte, deren Qualität nicht gesichert oder zertifiziert ist, sollte verzichtet werden. Für überfischte oder schädlich gefangene Fischarten gilt das gleiche (als Hilfe auf Seite 5: https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/fischratgeber-rezepte-juni- 2014.pdf). Obst und Gemüse kann man oft sehr gut beim Bauer um die Ecke kaufen. Bio- Kartoffeln aus Afrika und Erdbeeren im Winter sind nicht nachhaltig!

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Horridöchen! https://haddak.de/horridoechen/ https://haddak.de/horridoechen/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:50 +0000 http://haddak.de/?p=5338 Mulis.indd Schwein.indd Spatz.indd Kuh.indd Visitenkarte HaSiWe.indd

Alle, die am Überbündischen Treffen interessiert sind und mit dem Gedanken spielen teilzunehmen, bekommen hier weitere Infos: uet2017@dpbm.de.

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Bund gemischt https://haddak.de/bund-gemischt-2016-01/ https://haddak.de/bund-gemischt-2016-01/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:48 +0000 http://haddak.de/?p=5335 Weiter »]]>

Ring Bayern

In das neue Jahr startete der Ring Bayern dieses Mal mit Pauken und Trompeten. Zumindest fast: Auf dem musikalischen Wochenende im Februar trafen sich Musikbegeisterte aus allen Stämmen, um gemeinsam zu singen und zu musizieren. Dabei konnte man sowohl neue Lieder mit nach Hause nehmen, als auch seine Fähigkeiten an Gitarre, Geige und Co. verbessern.

Da sich in einigen Stämmen die Stammesführung zum Jahreswechsel geändert hat, hatten die Stammesführungen auf der StaFü-Fahrt in den Veldensteiner Forst die Gelegenheit, sich kennenzulernen. Nach einer rauchigen Nacht in einer urigen Höhle und der Wiederbesiedelung des großen Lochsteins steht einer erfolgreichen Zusammenarbeit jetzt nichts mehr im Weg!

Fische ausnehmen im Ring Bayern
Fische ausnehmen im Ring Bayern

Der Führungsnachwuchs wurde in den Osterferien auf der Sippenführerschulung »Neuland« in Haidenaab in der Oberpfalz auf das Leben als Führer vorbereitet. Jeden Tag reisten die 12 Teilnehmer und 10 Teamer in ein neues Land, in dem sie Fähigkeiten für ihr Führerdasein erlernen konnten. Neben den üblichen Theorieeinheiten wurden Forellen geschlachtet und geräuchert, um so nach dem Haik für die weiteren Einheiten gestärkt zu sein.

Ebenfalls in den Osterferien ging es für die Schwarzen Löwen dieses Jahr nach Italien. In Umbrien wurden die ersten Sonnenstrahlen und genossen und die wunderschöne Landschaft erkundet. Die nächste Fahrt wird die Schwarzen Löwen an Pfingsten nach Südtirol führen. Nach langer Zeit in der Stammesführung hat Alina diese zum Ende letzten Jahres verlassen.

Auch bei den Waldläufern, König Artus und den Silberfüchsen hat sich einiges in den Stammesführungen getan. Andi hat seinen Posten als Stammesführer der Waldläufer an Lukas weitergegeben. Beim Stamm König Artus wird Chris das Stammesführungsteam unterstützen und auch bei den Silberfüchsen wurde neu gewählt: Hier sind seit dem 1. Januar Martina, Michi, Nik und Thorsten in der Stammesführung. Wir wünschen allen neuen Stammesführern viel Erfolg und freuen uns auf die nächste Zeit mit euch!

Bei den Raubvögeln gab es im Mai für den Bund die Gelegenheit, bei der Handwerkswoche dabei zu sein. Hier konnte neben dem eigenen Fahrtenmesser auch eine Juja genäht oder eine individuelle Gürtelschnalle gegossen werden. Neben der handwerklichen Arbeit kam dabei in gemütlichen Singerunden der Kontakt im DPV nicht zu kurz.

Ring Bergisches Land

Über den Winter sind die Stämme des RBL nicht untätig geblieben. Neben Winterfahrten und Neujahrslagern haben einige Stämme auch ihre Stammesführungen neu gewählt. Der Stamm Monte Veritá hat Basti in seinem Amt bestätigt und ihm für die Zukunft Felix als Stellvertreter zur Seite gestellt. Der Stamm Rheinfranken hat Tilman ebenfalls als Stammesführer bestätigt. Tim und Muck wurden zu seinen Stellvertretern gewählt. Bei den Roten Corsaren wurde j-lu als Stammesführer von lovis abgelöst. Sie wird von bine, merino und Nils unterstützt. Auch bei den Roten Milanen gab es einen Wechsel in der Führung. Sid hat sein Amt als Stammesführer niedergelegt. Seine Nachfolgerin ist Silina mit ihren Stellvertretern Clara und Sebastian.

Später Abend im Bergischen Land
Später Abend im Bergischen Land

Das neue Jahr hat der Ring gemeinsam mit dem ersten Teil der Sippenführerschulung »Die Reise zwischen Nacht und Morgen« begonnen. Dazu trafen sich die 11 Teilnehmer und Posten im Februar am Heim von Alexander Lion in Bad Honnef. Nach dem Postenlauf wurde der erste Teil mit einer gemütlichen Singerunde beschlossen. Für Teil II der Schulung tummelten sich die Teilnehmer sowie 9 Teamer auf dem Jugendzeltplatz Finkenheide in der wunderbaren Eifel. Alle Beteiligten hatten eine fantastische Schulung und traditionell auch genug »Fett und Zucker« am Start! Zum Abschluss der Schulung durften sich die Teilnehmer über die Gäste ihrer Stämme freuen und boten ihnen ein gelungenes Schulungsfinale.

Aktuell bereitet sich der Ring Bergisches Land auf die kommenden Aktionen 2016 vor. Neben den Zahlreichen Aktivitäten der Stämme werden in diesem Jahr nach einigen Jahren der Erholung wieder ein Ringfußballturnier, eine Ringparty sowie ein Ringmeutenlager stattfinden. Außerdem steht noch das Jubiläum des Stammes Roter Milan an, das gebührend gefeiert werden wird. Es wird großartig!

Ring Köln

Der Stamm Karthago-Persepolis war seit Montenegro noch sehr aktiv und hatte viele Fahrten mit dem gesamten Stamm. Außerdem nahmen noch einige Leiter an Schulungen wie der SiFü, der MeuFü und der FuLL teil, um Anregungen und Hilfe zum Planen von Gruppenstunden und Fahrten zu bekommen. Ebenso besuchte der Stamm den HaSiWe. In diesem Jahr steht bis zum Sommer noch die Elternfahrt an, die sie dazu nutzen, in einer ausgelassenen Stimmung die Eltern mit ihren Kindern besser kennenzulernen, um somit die Gemeinschaft des Stammes zu stärken. Vor allem aber freute sich Karthago auf seine Pfingstfahrt, als Höhepunkt der Stammesfahrten, um mehrere Tage mit Rovern, Sipplingen und Meutlingen eine schöne Zeit zu verbringen. Darüber hinaus sind sie sehr gespannt auf alle Lieder beim BuSiFe, für welches sie auch schon fleißig probten. Im Sommer fahren sie nach Slowenien auf Fahrt.

Am Dreiländereck
Am Dreiländereck

In diesem Jahr verschlug es den Stamm Hellas und die Zugvögel zum jährlichen Osterlager ihres Horstes Vogelsang an das holländisch-belgisch-deutsche Dreiländereck. Voller Vorfreude starteten sie am Mittwoch vor Ostern in Richtung Aachen. Allein die Hinfahrt war schon ein Highlight. Während der Singerunde im Zug trafen sie auf einen Pfadfinder aus Aachen, der sich vollbrünstig ihrer Singerunde anschloss. Kurzerhand sprachen sie sich daraufhin ab und vereinbarten, dass er sie mit ein paar Stammeskollegen auf ihrem Lager besuchen kommt. Weiter ging es dann von Aachen mit einem antiken Zug in Richtung Belgien. Vom Bahnhof machten sich die Kölner dann auf dem Weg zu ihrem Lager, das unter dem Motto »Jäger der verlorenen Scherben« stand. Vom Planungsteam waren dazu ein paar Workshops, ein großer Postenlauf und eine gemeinsame Schatzsuche vorbereitet worden. Die Kinder hatten eine Menge Spaß. Vor allem der Postenlauf, der bei strahlendem Wetter durch drei verschiedene Länder verlief, war ein tolles Erlebnis. Die anschließende Singerunde, bei der dann auch die neuen Freunde aus Aachen zu Besuch kamen, rundete den gelungenen Tag würdig ab. Bei Tschai, Gitarren, Tanz und Gesang verging die Nacht wie im Flug. Am Sonntag genossen alle einen üppigen Osterbrunch und verdauten diesen dann bei der Eiersuche. Die selbst gebastelten Osternester wurden von vielen Osterhasenhelfern gut versteckt und schärften alle Sinne für die finale Suche nach dem »Antiken Osterei«. Um dieses zu finden mussten alle Gruppen zusammenarbeiten und die Puzzleteile, die sie beim Postenlauf gesammelt hatten, zu einer Schatzkarte zusammenfügen. Kaum waren alle Teile zusammengepuzzelt machten sich alle Gruppen auf die Suche und fanden das »Antike Osterei« im Handumdrehen. Das gesamte Lager war ein voller Erfolg und auch der aufkommende Wolkenbruch, der sie auf dem Weg zum Bahnhof ereilt hatte, konnte ihre Stimmung nicht trüben. Kaum dass sie in der Bahn saßen wurden auch gleich die Liederbücher und die Gitarren gezückt und der Regen war vergessen. Dieses Lager wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben und Jakson möchte sich an dieser Stelle noch mal bei allen bedanken, die es zu so einem tollen Erlebnis gemacht haben. Ein ganz besonderer Dank gilt seinen Planungsteamkollegen: Sarah, Nadine und Jake.

Ring Kölner Bucht

Der Ring Kölner Bucht startete nach den Sommerfahrten 2015 in eine sehr bewegte zweite Jahreshälfte: Auf dem 48-Stunden-Thing wurde die neue Ringführung gewählt. Paula und Chris verabschiedeten sich, da sie sich nun über Nachwuchs freuen können. An dieser Stelle auch noch ein herzliches Dankeschön. Kai (St. Willigis) hat nun gemeinsam mit Ella (Wildkatzen), Lara (Galaxias) und Felix (Sperber) die Führung des Rings übernommen. Ein stimmungsvolles Kneipensingen beendete vorerst das alte Jahr, um das neue mit 20 Teilnehmern auf der Sippenführerschulung zu beginnen. Ein weiteres Kneipensingen läutete unlängst nun auch die neue Fahrtensaison ein. Der ganze Ring freut sich auf das bevorstehende Ringpfingstlager und hofft auf gutes Wetter.

Die Wikinger starteten nach dem BuSiFe in die Vorbereitungen für ein Sommerfest, das sie in Niederkassel für Flüchtlinge ausrichteten. Insgesamt waren rund 100 Flüchtlinge und Wikinger dabei. Den Jahreswechsel verbrachten die Wikinger dann auf ihrer Rigi in der Schweiz. Im Sommer zieht es den Stamm nach Ostfriesland.

Auf dem Sommerfest der Wikinger
Auf dem Sommerfest der Wikinger

Im Stamm St. Willigis gab es die ein oder andere Aktion und Neuerung. In den Sommerferien 2015 verschlug es eine Gruppe nach Schweden, die anderen in die Vogesen, die älteste Sippe unternahm für ihre Sommertour einen Roadtrip quer durch Deutschland, während die Jüngeren von Heidelberg bis nach Mosbach-Seebachtal anwanderten, um dort dann 5 Tage bei den Wölflingen zu nächtigen. Eine bunt gemischte Gruppe von Leitern und Rovern hat sich auch auf die Reise nach Montenegro begeben, um das Bundeslager zu bereichern. Die Stammesführung wurde Anfang April nun auch neu gewählt: Der bisherige Vorstand hat sich dazu entschieden, noch eine Amtszeit von 3 Jahren hinten dran zu hängen.

Die Galaxianer erfreuten sich im letzten Jahr an einer Spende der Sparkasse, mit der Material für den jährlichen Heimreinigungstag gekauft wurde. So konnte sich der Stamm ein kleines Blumenbeet anlegen und eine Feuerstelle mauern. Außerdem wurde gewählt: Stellvertreter Nils und Christian sowie Stammesführer Alex blicken positiv in die Zukunft und freuen sich auf eine schöne Zeit im Stamm.

Der Stamm Steppenwölfe hat nach der Bundesfahrt in Montenegro den Sommer mit einem Sommerabschlusslager im schönen heimatlichen Brexbachtal verabschiedet. Auf Winterfahrt ging es in das Winterwunderland Heckenbach.Die Sommerfahrt soll dieses Jahr ins Salzburger Land gehen. Weiterhin möchten die Steppenwölfe einen Beitrag zur Integration leisten und in Zusammenarbeit mit der Stadt Troisdorf Kindern aus Flüchtlingsfamilien die Möglichkeit geben, am Meutenheimabend teilzunehmen.

Den Stamm Sperber veranstaltete mit dem Horst Brühl ein Horstfest zur Feier des fünften Jahrestages des Umzugs von der Villa Kaufmann in die »Heidewitzka«. Auf dem stammeseigenen Lagerplatz fand eine Woche später die alljährliche Sommerabschlussfahrt unter dem Motto Robin Hood statt. Nach der erfolgreichen Befreiung Robins, der dann bis ans Ende seiner Tage frei wie ein Vogel lebte, machten sich seine Spießgefährten auf eine Zeitreise, um über einen kurzen Zwischenstopp bei einer besinnlichen Stammesweihnachtsfeier doch glatt an der Winterausbildung des amerikanischen Inlandgeheimdienstes, dem FBI, teilzunehmen.

Im Stamm Wildkatzen gab es auf der Winterfahrt einen Stammesführungswechsel: Sofia hat ihr Amt abgegeben. Gemeinsam mit Ella, Nadine und Anna-Lisa vertreten nun auch Jule und Soph den Stamm. Die nächste Sommerfahrt führt die Wildkatzen im August in den Norden – sie machen sich auf den Weg, Schwedens wunderschönes Småland zu entdecken. Die letzten Monate steckten sie mitten in den Vorbereitungen für das BuSiFe, für das sie den Bund anlässlich ihres 40. Jubiläums nach Brühl einladen.

Ring Rhein-Lippe

Kampfball
Kampfball

Nach dem letzten Ringthing fuhren die Stämme aus dem Ring Rhein-Lippe auf ihre Jahresabschlussfahrten. Beim Stamm Hratuga wurde auf dem Jahresabschluss eine neue Stammesführung gewählt. Stammesführerin ist jetzt Nina Hagemann, stellv. Sebastian Georg und Jan Hampe, um die Finanzen im Stamm kümmert sich Rainer Stengert. Alle Stämme haben das Jahr gemütlich ausklingen lassen. Das Jahr starteten wir mit einem Vorbereitungstreffen für die SiFü, das wir gemeinsam mit dem Ring Nord ausrichteten. Doch es war noch einiges zu klären: Wer übernimmt welches Referat, wie sieht der Zeitplan aus, wer kommt alles mit. Aber die Fragen ließen sich schnell im Laufe des Tages klären. Am Ende ließ man den Tag mit einer gemütlichen Singerunde auslaufen. Nur zwei Wochen später ging es dann zum Ringthing. Hier wurden dann noch mal alle Ringaktionen besprochen und genau geplant. Man merkte schnell der Ring hat im Jahr 2016 einiges vor. Die meiste Zeit verbrachten wir mit unserem Pfingstlager. Das im diesem Jahr der Stamm Dumeklemmmer zum Thema »Asterix und Obelix« ausrichtet wird.

Karfreitag machten wir uns auf zur SiFü. 23 Teilnehmer und 10 Teamer verbrachten eine Woche in Lage. Es war eine sehr harmonische Schulung.

Im Januar wurde auch im Stamm Dumeklemmer die Stammesführung gewählt: Als Stammesführer wurde Matze (Marcel Heinze) noch mal auf 2 Jahre gewählt. Stellvertreter sind Odie (Daniel) und Jan Langguth geworden. Um die Finanzen im Stamm kümmert sich Nadine Beringer.

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Drei Fragen an Michael Fallis https://haddak.de/drei-fragen-an-michael-fallis/ https://haddak.de/drei-fragen-an-michael-fallis/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:48 +0000 http://haddak.de/?p=5361 Weiter »]]> Du bist musikalisch, spielst auf so einigen Singerunden dein Akkordeon, was hast du damit bisher so alles erlebt?

Abgesehen davon, dass man immer wieder nette Leute aus den Bünden kennenlernt oder alte Bekannte wiedersieht, nimmt man durchaus auch das ein oder andere Lied mit nach Hause oder auch Gesellen. In Marburg standen bei unserer Singerunde auf einmal fünf Gesellen im Irish Pub, die auf der Walz waren und durch einen Bekannten von uns auf diese Singerunde aufmerksam gemacht wurden. Nach einem sehr amüsanten Abend wurden diese kurzerhand auf noch freie Couches in unterschiedlichen WGs verteilt. Des Öfteren kommt es auch mal vor, die meisten Singerunden sind ja in öffentlichen Kneipen, dass man mit dort anwesenden Gästen ins Gespräch kommt oder gar Liedwünsche geäußert werden. Ich kann mich noch an einer Singerunde in Hildesheim erinnern, da hat ein alter Russe mit uns russische Lieder gesungen. In Göttingen waren wir mal so viele Leute, zugegeben, wir haben uns auch mit 20 Leuten zu einem Fahrtenabschluss verabredet, dass die eigentlichen Räumlichkeiten viel zu klein waren und die Kneipe gnadenlos überfüllt war mit Halstuchträgern und Instrumenten.

Du bist ja auch in einer überbündischen Band. Wie ist das so, was macht ihr da?

Wir haben nach wie vor starke überbündische Wurzeln. Natürlich spielen wir gerne das ein oder andere Fahrtenlied oder was man so aus den Singerunden kennt (»Neu-Bündischer Pop«), aber unsere eigenen Lieder sind ein wilder Mix aus Folk-, Balkan- und Swing-Elementen in Singer-/Songwriter-Tradition, mit Kontrabass, Akkordeon, Mandoline, Gitarre und Geige kann man sehr vielseitig sein. Dadurch, dass wir alle quer verteilt in der Bundesrepublik ansässig sind (Magdeburg, Stuttgart, Mannheim, Berlin) können wir uns leider nicht regelmäßig zu einer Bandprobe treffen, sondern nehmen uns dafür ein ganzes Wochenende oder mehr Zeit, meistens verbunden mit Konzerten, Straßenmusik oder gar einer kleinen Tour. Durch unseren starken Kontakt innerhalb der überbündischen Szene werden wir auch über diese Kanäle für ganz unterschiedliche Auftritte angefragt oder kommen bei netten Menschen unter, die uns beherbergen können. Ein Satz, welcher mir der irische Barkeeper nach einem spontanen Gig mit auf dem Weg gab: »The band, who sleeps together, stays together«.

Wie schätzt du die Wichtigkeit von Musik für dich selber und für die Pfadfinder ein?

Ich habe bereits als Kind angefangen mich auf dem Klavier auszutoben, aber zum Klavierunterricht bin ich auch nicht immer freiwillig gegangen. Mit dem Akkordeon habe ich erst während meiner Zivildienstzeit auf Burg Ludwigstein angefangen und es hat auch sehr lange gedauert, bis ich etwas Brauchbares aus der Quetsche drücken konnte. Aktiv zu musizieren ist nicht nur ein Hobby, sondern viel mehr eine Lebenseinstellung, genauso wie Pfadfinder sein. Für mich persönlich gehören Musik (machen) und Pfadfinder in einen Topf, egal ob in kleiner Runde mit Gitarre am Lagerfeuer, in einer schmissigen Singerunde in der Kneipe oder auf einem Singewettstreit auf der Bühne. Durch meine Zeit auf dem Ludwigstein habe ich viele Pfadfinder und andere bündische Gruppen kennengelernt und gerade das gemeinsame Musizieren und Singen verbindet.

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Bio für Dummies https://haddak.de/bio-fuer-dummies/ https://haddak.de/bio-fuer-dummies/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:45 +0000 http://haddak.de/?p=5349 Weiter »]]>

Unsere Kluft ist jetzt bio und fair. Also nach bestimmten Standards. Doch was heißt das alles eigentlich genau?

Wir als Pfadfinder versuchen, so steht es in unseren Pfadfinderregeln, zum Schutz und zur Erhaltung der Natur unseren Beitrag zu leisten. So trifft es sich gut, dass unsere Mosaikhemden jetzt bio und fair sind. Was das so grob bedeutet ist schnell erklärt: Die Rohstoffe für unsere Hemden sind ohne, oder mit wenig, Chemie oder Zusatzstoffen und außerdem werden diese Rohstoffe fair, also irgendwie gerecht, gehandelt.

Doch hinter bio und fairtrade steht mehr als nur diese schwammige Erklärung. Denn wie so oft in unserer bürokratischen und verreglementierten Welt kann etwas nicht irgendwie gerecht gehandelt werden und ohne, oder mit wenig, Chemie oder Zusatzstoffen versehen sein. Es braucht genaue Vorschriften und Zertifikate dafür, dass sich ein Produkt bio und fair nennen darf.

So eben auch bei unserer Kluft. Die Baumwolle, aus der unsere Mosaikhemden bestehen, ist bio und nach GOTS-Standard angebaut. Heißt sie muss mindestens 95 % kontrolliert biologisch erzeugte Fasern enthalten. Das bedeutet ganz konkret, dass die kontrolliert biologisch angebaute Baumwolle komplett ohne die Verwendung von Chemie und synthetische Pestizide angebaut und von Hand geerntet wird. Gedüngt wird mit rein organischen Mitteln, wie Mist und Mulch. Schädlinge werden mit Duftlockstoffen bekämpft und der Bauer bekommt Auszeichnung »kontrolliert biologisch angebaute Baumwolle« nur, wenn er seinen Boden mindestens drei Jahre lang chemiefrei bestellt hat. Außerdem wird jährlich eine Kontrolle von unabhängigen Instituten durchgeführt.

Hierbei spielt der GOTS-Standard eine wichtige Rolle. GOTS steht für Global Organic Textile Standard und setzt einerseits die Standards für Anbau und Produktion des Produkts und seiner Bestandteile fest und ist ebenso der Name der Organisation welche zertifiziert. Allgemein ist der GOTS eine sehr komplexe Sache, da verschiedene Produkte und Arbeitsprozesse auch unterschiedliche Zertifikate benötigen. Für den Fall der Baumwolle gilt: Der GOTS deckt die Herstellung, Verpackung, Kennzeichnung, der Vertrieb und Handel ab. Die Bio-Zertifizierung der Baumwolle haben sich die Menschen vom GOTS nicht ausgedacht. Sie findet nach weltweit anerkannten Standards statt. Diese sind: Die EU Bio-Verordnung, die USDA NOP oder die IFOAM Family of Standards.

Auf vielen Produkten in unserem Alltag klebt ein Bio-Siegel – Äpfel, Papier, Kaffee und vielem mehr. Dabei ist aber immer wichtig, was noch dabei steht. Es gibt mehrere Bio-Siegel, wie Demeter, Bioland, Naturland, das EU-Bio-Siegel und auch das deutsche staatliche Biosiegel, die sich alle durch Kleinigkeiten unterscheiden. Manche haben sehr hohe Ansprüche, manche eher weniger. Hilfreich beim Verstehen dieses Zertifizierungschaos sind verschiedene Websites; im Praxistest besonders bewährt hat sich siegelklarheit.de. Hier werden Siegel, sortiert nach Produktgruppen bewertet und so Empfehlungen ausgesprochen. Wer will, kann das Ganze auch via App unterwegs machen.

Eines haben aller alle Siegel und Standards gemeinsam: Sie wollen unsere Welt alle ein bisschen besser, sauberer und freier von Chemie machen. Frei nach der Regel: Ich trage zum Schutz und zur Erhaltung der Natur bei.

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Auf ein Wort https://haddak.de/auf-ein-wort/ https://haddak.de/auf-ein-wort/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:44 +0000 http://haddak.de/?p=5331 Weiter »]]> Die Tische sind zu einem Rechteck gestellt, darauf liegen Mandarinenschalen, Süßigkeiten und Unmengen von Blättern, eine geradezu überwältigende Zettelwirtschaft herrscht auf jedem der zahlreichen Plätze. Ein weiteres Blatt geht herum. »Bin ich stimmberechtigt?« steht ein paar Menschen in der Runde ins Gesicht geschrieben. Es stehen Wahlen an. Jemand wird zum Wahlleiter gewählt – einstimmig natürlich. So kann es weitergehen. Was die bisherige Führung hinterlässt, ist fraglich. Wie immer finden es einige gut und einige nicht. So kommt es, dass sich niemand noch einmal zur Wahl stellen lassen möchte. Wie es dazu kam und warum? Aus Gründen.

Doch springen wir zeitlich etwas zurück. Mehrere Monate, vielleicht sogar ein bis zwei Jahre vor dieser Wahl wurde im Plenum gefragt, wer sich diesen Posten denn vorstellen könnte. Der ein oder andere aus der Runde wurde bereits gefragt und gebeten sich diesen Posten doch mal anzuschauen, mitzuarbeiten, reinzuschnuppern.

Anfangs ist die Motivation der Führung, jemanden für diesen Posten zu finden und anzulernen groß. Das über die Jahre gesammelte Wissen mit einer jüngeren Generation zu teilen, scheint eine große, aber schöne Aufgabe zu werden.

Doch schnell stellt sich Ernüchterung ein. Das Schweigen in der Runde ist in seiner Schönheit nur von der hässlichen Vorahnung, dass sich niemals jemand finden wird, zu übertreffen. Auch die angesprochenen Personen werfen mit Absagen um sich. »Echt keine Zeit«, »Ich kann das nicht« , »Ich bin da nicht der Typ für« und »Ne danke, der Job ist mir zu undankbar« .

Da ist es passiert: Undankbar – dieses Wort. Hat eigentlich schon mal jemand über dieses Wort nachgedacht? Wir benutzen es und werfen es den Menschen an den Kopf, die für uns Verantwortung übernehmen, uns helfen, wenn wir mal nicht mehr weiterwissen, die uns führen. Wir erklären ihren Posten für undankbar.

Betrachten wir das ganze Mal aus einer anderen Perspektive: Ein Führungsposten ist also undankbar? O. K., aber wie kommt das, wer ist das schuld? Ist es die Person, die führt, oder sind es diejenigen, die geführt werden wollen? Machen denn nicht die Menschen, die geführt werden, diesen Posten zu genau dem, was er ist?

Bevor also jeder von uns eine Führungsposition als undankbar betitelt, sollten wir darüber nachdenken, ob es nicht an uns und unserem Verhalten liegt, dass diese Position genauso ist.

Wir betrachten so vieles als selbstverständlich und denken uns, dass es ja die Aufgabe der Führung ist, genau das zu tun, was getan werden muss. Doch ein kleiner, aber wohl der wichtigste Teil des Wortes undankbar ist Dank. Aber reicht das eine Dankeschön am Ende der Amtszeit mit einer Schachtel Pralinen, einem Strauß Blumen und einem ernüchternden Tisch-Klopf-Chor? Es muss ja nicht immer so viel sein. Das Wort Dank ist in seiner Kürze so schön und oft auch so ausreichend, wie es nur sein kann.

Viel zu selten danken wir den Menschen, die sich für uns den Arsch aufreißen, und genau das macht ihren Posten zu dem was er dann ist — undankbar. Doch sagen wir danke und achten wir die Arbeit und Mühen derer, die sich den Arsch aufreißen, so machen wir ihren Posten zwar noch immer nicht zu einem leichten, aber dafür zu einem dankbaren.

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Rückruf ausgeschlossen https://haddak.de/rueckruf-ausgeschlossen/ https://haddak.de/rueckruf-ausgeschlossen/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:29 +0000 http://haddak.de/?p=5351 Weiter »]]> Seit nun schon 40 Jahren engagieren sich Hamburger Studierende ehrenamtlich in der TelefonSeelsorge von Studierenden für junge Menschen der Evangelischen Studierendengemeinde Hamburg (StuTs). Einer von ihnen ist Martin (Name geändert), 27 Jahre alt und Jurastudent.

haddak: Martin, Deine Schicht in der TelefonSeelsorge dauert in der Regel 4 Stunden. Sind das nicht auch für Dich manchmal belastende Stunden?

Martin: Der Dienstplan steht für jeden Monat im Voraus fest. Ich bereite mich einige Stunden vor einem Dienst vor, indem ich mir überlege, was in der Woche bei mir so passiert ist, was mich vielleicht noch beschäftigt und was mich in diesem Moment gerade bewegt und an diesem Abend bei mir »oben auf liegt« . Das ist zum einen wichtig, da die eigenen Gefühle das eigentliche »Handwerkszeug« sind, mit denen ich in der Seelsorge arbeite. Ich finde es zum anderen selbst immer wieder eine interessante Erfahrung. Wann fragt man sich im normalen Uni- und Alltagsstress schon mal selbst, wie es einem geht und wo man selbst gerade mit den Gefühlen ist? Es kann dann interessant sein, dem Grund für diese Gefühle nachzugehen und sich für die Arbeit am Telefon dieser Emotionen bewusst zu sein. Je nach Zusammensetzung sind die Abende sehr unterschiedlich. Das geht von tiefgründig-spannend bis lustig-entspannt. Es macht immer wieder Spaß die verschiedenen Leute näher kennenzulernen. Da wir durchaus mit sehr belastenden Themen konfrontiert werden, ist es wichtig, sich absolut aufeinander verlassen zu können.

Was ist denn eigentlich die Aufgabe oder das Ziel von Telefonseelsorge?

Die Seelsorge verfolgt da selbst kein bestimmtes Ziel und hat beispielsweise nicht den Anspruch, dass der Anrufende sich danach besser fühlt, oder dass ich als Telefonseelsorger mich gut fühle. Der Zweck ist vielmehr, in diesem bestimmten Rahmen am Telefon präsent zu sein und sich selbst als Resonanzfläche anzubieten. Das heißt für diese Zeit des Telefonats bin ich einfach nur da, stelle Fragen und spiegele dieser Person ehrlich wider, was bei mir an Gefühlen ankommt. Oftmals braucht der Anrufende einfach nur einen Gesprächspartner. Jemanden, der vorurteilsfrei zuhören kann.

Die eigenen Gefühle sind das Handwerkszeug.

Aus welchen Gründen rufen die Studierenden bei Euch an?

Die Gründe für Anrufer, sich an unsere Einrichtung zu wenden, sind so vielfältig wie das Leben selbst. Manche rufen wegen Beziehungsproblemen an, andere wegen Stress und Überforderung und manchmal ist der Grund des Anrufs auch ganz diffus und nur schwer herauszufinden. Aus meinen Erlebnissen als Telefonseelsorger würde ich aber sagen, dass man zwischen dem eigentlichen Grund, der am Telefon als Sachebene genannt wird, und ganz vielen Problemen, die zwar nicht ausgesprochen werden aber dennoch im Gespräch eine Rolle spielen, unterscheiden muss. Ich muss da immer an einen Vergleich des Autors Hemingway denken. Der hat seine Literatur immer mit einem Eisberg verglichen. Nur 1/8 des Eisbergs ist über Wasser und für uns sichtbar. Der Rest des Eisbergs liegt für uns unsichtbar unter der Wasseroberfläche und doch gehört der Rest zum Eisberg dazu und macht den Großteil aus, auch wenn dieser Teil im Verborgenen liegt. Mit den Anrufern bei uns ist das ähnlich. Ich sehe meine Aufgabe als Seelsorger darin, diesen Teil im Verborgenen sichtbar zu machen, Worte dafür zu finden.

Wird das Sorgentelefon auch von anderen Anrufern genutzt?

Leider wird unser Angebot viel zu wenig von Studierenden und jungen Leuten angenommen. Viele der Anrufenden bei uns sind gar keine Studierenden, werden von uns aber natürlich nicht abgewiesen. Dieses Phänomen ist auch bei uns immer wieder Thema und sehr vielschichtig. Zum einen versuchen wir immer wieder, auf uns und unser Angebot bei den Studierenden aufmerksam zu machen. So verteilen wir Flyer und Aufkleber auf dem Campus, werben in Vorlesungen oder verteilen Flyer in Erstsemestertüten und bei den Fachschaften. Ein anderer Punkt ist, dass dennoch die Hemmschwelle bei vielen Studierenden sehr groß ist, sich an uns zu wenden. In persönlichen Gesprächen habe ich oft den Eindruck, die Kommilitonen halten ihr Problem für zu klein oder befürchten aufgrund der kirchlichen Trägerschaft von uns missioniert zu werden. Da heißt es dann viel »Aufklärungsarbeit« leisten. Vielleicht trägt dieses Interview auch ein Stück dazu bei. Für uns ist kein Anliegen zu klein oder zu unwichtig. Sei es auch nur, dass man mal eine neutrale Person braucht, um beispielsweise Uni- oder Beziehungsstress los zu werden. Wir leben in einer beschleunigten Zeit, in der der Leistungs- und Konkurrenzdruck an den Universitäten sich immer mehr verdichtet, da kann es gut tun, sich bei einer Einrichtung wie der unseren Luft zu machen.

Zum anderen sehe ich aber auch, wie viel Überwindung es kostet, sich an uns zu wenden. Zum Beginn unserer Ausbildung wurden wir gefragt, was bei uns passieren müsste, dass wir uns an ein Angebot wie das der Telefonseelsorge wenden. Die Hürden, die wir alle im Kopf hatten, waren ziemlich hoch. Es ist schon paradox, dass wir – die wir uns dort engagieren und das Angebot folglich für gut und wichtig halten – selbst so große Schranken im Kopf haben. Das zeigt, wie schwierig es heute gesellschaftlich ist, Hilfe in Form dieses Angebots anzunehmen.

Du hast es schon angesprochen: Ihr habt eine Ausbildung gemacht und wurdet nicht einfach ins kalte Wasser geworfen?

Zu der Arbeit in der StuTs gehört eine intensive Ausbildung, die über zwei Semester geht und die man durchläuft, bevor man das erste Mal selbst telefoniert. Die Ausbildung verteilt sich auf drei Wochenstunden während der Vorlesungszeit. Niemand, der bei uns anfängt, muss Angst haben, ins kalte Wasser geschmissen zu werden. Vielmehr erhält man eine fundierte Ausbildung, die von Psychologen und Psychoanalytikern geführt wird.

Kann man sich Eure Arbeit in etwa so vorstellen wie bei Jürgen Domian auf WDR?

(lacht) Nein, damit haben wir wirklich nicht viel gemein. Ich kenne die Sendung und sie ist durchaus unterhaltsam, aber mit Seelsorge hat das nach meiner Auffassung nichts zu tun. Da steht die Unterhaltung des Zuschauers doch klar im Vordergrund. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass wir uns als Seelsorger mit Meinungen, Ratschlägen und Werturteilen zurücknehmen. Der Fokus liegt auf dem Anrufenden und dieser bestimmt insoweit das Thema des Telefonats.

Von einem Studierenden der Psychologie würde man direkt vermuten, dass man sich berufen fühlt, Menschen auch am Telefon zuzuhören. Was brachte Dich als Jurastudenten auf die Idee, den Anrufenden Dein Gehör zu schenken?

Ja, das ist richtig. Wir haben zwar Studierende aus allen Fachrichtungen, aber der Großteil der StuTsler ist doch aus dem Bereich der Psychologie oder Theologie. Ich als angehender Jurist bin da der absolute Exot, was ich aber eher als Bereicherung empfinde. Ich habe mich gezielt auf eine Mitarbeit in der Einrichtung beworben. Ich empfinde das Studium als hochinteressant und spannend, aber dennoch ist es rein theoretisch. Gerade im Beruf als Jurist ist man praktisch nur mit konfliktbehafteten Situationen konfrontiert. Im Studium kommt man mit solchen ­Situationen aber gar nicht in Kontakt. Stattdessen bekommt man fertige Fälle, wo jedes Detail schon geklärt ist, und man sich nur noch mit den juristischen Fragen beschäftigt. Ich empfinde das als sehr lebensfremd und erhoffte mir bei der Telefonseelsorge einen Ausgleich hierzu und auch eine persönliche Weiterentwicklung. Gerade die Fähigkeit des Zuhörens, das Einordnen und Strukturieren der Informationen, die man erhält und die Fähigkeit auch Dinge zu hören und wahrzunehmen, die zwar nicht ausgesprochen werden, aber dennoch im Raum stehen, sind Qualifikationen die einen guten Juristen aus meiner Sicht ausmachen und die ich auch in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit weiterentwickeln kann. In unserer Ausbildung liegt ein starker Fokus darauf, sich in der Rolle des Seelsorgers zu professionalisieren. Abgrenzung spielt dabei eine wichtige Rolle. Ich glaube, dass das, was ich dort mitnehme, mir auch helfen wird, mich in meiner späteren Rolle als Jurist gut zu professionalisieren. Ein wichtiges Thema bei der Seelsorge ist, sich selbst zurückzunehmen und die eigenen Gefühle, Erfahrungen und Gedanken, die man beim Zuhören empfindet, nicht mit denen des Anrufers gleichzusetzen. Das spielt auch in der praktischen Tätigkeit als Jurist eine wichtige Rolle. Wenn ich beispielsweise als Richter über eine Sache urteile, muss ich meine eigenen Vorstellungen und Werturteile beiseite schieben und mich an Recht und Gesetz orientieren. Dennoch sollte man immer Gewahr bleiben, dass diese eigenen Wertvorstellungen doch immer in die eigene Beurteilung hineinfließen. Die eigene Biografie beeinflusst auch das Bild, das ich mir von einer Person mache. Wenn ich nicht immer wieder versuche diese Vorstellungen, die ich mir von einer Person mache, zu hinterfragen und mich auf das einzulassen, was gerade tatsächlich passiert, laufe ich Gefahr, parteiisch zu werden. Das Thema des Hinterfragens hat auch in der Seelsorge einen wichtigen Platz.

Ein wichtiges Thema bei der Seelsorge ist, sich selbst zurückzunehmen und die eigenen Gefühle, Erfahrungen und Gedanken, die man beim Zuhören empfindet, nicht mit denen des Anrufers gleichzusetzen.

Was wisst ihr über die Anrufenden? Erfahren Sie etwas über euch Seelsorger oder euch als Person?

Die Gespräche sind grundsätzlich völlig anonym. Wir wissen nicht, wer uns anruft und woher. Das hilft den Anrufenden, sich zu öffnen und uns, Abstand zu wahren. Unsere Verbindung endet sofort nach dem Telefonat.

Mit welchen Gefühlen gehst Du abends nach Hause?

Ich kann nach meinen Diensten sehr gut abschalten. Wie die meisten Telefonseelsorgenden habe ich sowohl während als auch nach dem Dienst feste Rituale. So hilft es mir oft, auf dem Weg mit der S-Bahn nach Hause schon einige Stationen früher auszusteigen und noch ein Stück zu Fuß zu gehen. Meist höre ich dabei Musik und mir gehen noch ein paar Erlebnisse des Abends durch den Kopf. Sobald ich dann die Haustür aufschließe, bin ich dann aus meiner Rolle als Telefonseelsorger raus. Ich hatte es auch an schwierigen Abenden zum Glück noch nie, dass mich Dinge privat nicht mehr losgelassen haben.

Kannst Du Dich noch an Dein erstes Gespräch erinnern?

An mein erstes eigenes Gespräch kann ich mich noch sehr gut erinnern. Ich empfand es als ein sehr angenehmes und »gutes« Gespräch, obwohl es solche Kategorien wie »gut« und »schlecht« , »richtig« und »falsch« in der Seelsorge eigentlich nicht gibt. Es ging um ein Beziehungsproblem im weiteren Sinne. Ich hatte selbst den Eindruck, das Problem der Anruferin gut erfassen und dabei Widersprüchlichkeiten gut herauszuarbeiten und widerspiegeln zu können.

Und fällt es dir immer so leicht ins Gespräch zu kommen?

Es gelingt leider nicht immer so gut in Kontakt mit den Anrufenden zu kommen, wie es mir in diesem ersten Gespräch gelungen ist. Dies kann unterschiedlichste Gründe haben. Manchmal liegt es auch daran, dass man gerade zu Beginn als Telefonseelsorger selbst Bedenken hat, bestimmte Dinge anzusprechen, weil man sie für zu konfrontativ hält oder die Person nicht vor den Kopf stoßen möchte. Da nehme ich mir oft vor, selber mutiger zu werden und mich zu fragen, was denn schlimmstenfalls passieren kann. Meine Ausbilderin hat als erfahrene Seelsorgerin mal den Satz gesagt, Seelsorge heiße für sie Hinschauen und eben nicht Wegschauen. Und ich denke, das ist in einem kurzen Satz auch der Kern von Seelsorge. Das versuche ich mir bei meiner Arbeit am Telefon auch immer wieder bewusst zu machen. Das bedeutet aber auch viel Übung und sich selbst auszuprobieren. Und dieses Üben hört, glaube ich, als Seelsorger auch nie auf. Ggf. schafft man es, beim Anrufenden etwas auszulösen: einen neuen Gedanken, etwas, was in der Person arbeitet. Das ist aus meiner Sicht die Chance der Seelsorge.

Inwiefern bereichert die Arbeit dein Leben?

Ich finde dieses Ehrenamt eine unglaublich bereichernde Tätigkeit. Allein die Ausbildung bietet viele Möglichkeiten, sich selbst besser kennen- und verstehen zu lernen. Zu Beginn der Ausbildung hatte ich Bedenken, ob ich mich im erforderlichen Maße selber öffnen kann und empfand bestimmte Übungen eher als befremdlich. Diese Ängste und Bedenken haben sich aber als unbegründet erwiesen. Wir sind in unserer Ausbildungsgruppe Menschen mit ganz verschiedenen Lebensläufen und Erfahrungen, mit völlig unterschiedlicher Sozialisation und Wertvorstellungen. Personen, wie sie verschiedener nicht sein können. Da ist es eine stärkende Erfahrung, dennoch Parallelen zu erkennen und zu sehen, dass alle mit Problemen und Krisen zu kämpfen haben und das eine zutiefst menschliche Erfahrung ist.

Studentische Telefonseelsorge

Web: www.esg-hamburg.de/studentischetelefonseelsorge/

Telefon: (040) 411 70 411

Täglich von 20:00 bis 24:00 Uhr

Von Studierenden für junge Menschen

Bei Studienfrust oder Kummer, wenn man jemanden zum Reden braucht.

Für anonyme Unterstützung und ein offenes Ohr.

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Ein Willkommensgruß https://haddak.de/ein-willkommensgruss/ https://haddak.de/ein-willkommensgruss/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:28 +0000 http://haddak.de/?p=5321 Weiter »]]> Wir sind dran! Dieses Jahr werden wir Wildkatzen stolze 40 Jahre alt. Wenn das nicht mal ein Anlass zum Feiern ist? So hatten wir die Idee, ein riesengroßes Fest mit all unseren Freunden zu organisieren. Und was eignet sich da besser als unser Bundessingefest, für das sowieso ein Ausrichter gesucht wurde? Eine schöne Idee, hinter der dann aber doch mehr Arbeit steckt, als gedacht.

Wow, was für eine Verantwortung! Nach der festen Zusage, dass wir das BuSiFe ausrichten; als uns klar wurde, was das genau bedeutet, waren wir erst mal ganz schön erschlagen. Ein Team musste her, Organisation! Wann, Wo, Wie viele, Wie genau läuft alles ab? All diese Fragen prasselten auf uns ein. Doch das hat uns nicht die Lust genommen, unser Jubiläumsfest mit allen Details zu planen und unser Jubiläum ganz groß zu feiern.

Das Planungsteam
Das Planungsteam

Ein Team war schnell gefunden. Ella, Anä, Franca, Hannah, Maren, Juliane und Sinah stellten sich schnell zur Verfügung, die Arbeit des »Hauptplanungsteams« zu übernehmen. Natürlich funktioniert die komplette Planung aber nur, wenn alle, das heißt, der gesamte Stamm Wildkatzen, kräftig mit anpacken. Schon im September 2015 haben wir mit den Planungstreffen begonnen, denn so ein großes Lager ist nochmal um einiges zeitaufwändiger als beispielsweise eine Stammesfahrt. Die Fragen, wann und wo alles stattfinden soll, waren schnell geklärt. Die Maiglerwiese ist der ideale Ort für uns. Eine riesige Rasenfläche mit grundsätzlich allem, was man braucht. Direkt um die Ecke vom Zuhause der Wildkatzen und vom Heim, was uns in Sachen Aufbaulager natürlich sehr entgegen kommt.

Kaum waren Ort und Datum des Geschehens sicher, haben wir auch schon die Einladungen an unsere Freunde im ganzen Bund losgeschickt. Seitdem flattern täglich ganz schön viele Anmeldungen zu uns herein. Geschätzt werden wir auch dieses Jahr wieder um die 600 Pfadfinder auf dem BuSiFe sein, die zusammen mit uns feiern, singen, musizieren und einfach Spaß haben.

Wie genau alles abläuft, war auch nicht schwer zu beantworten: Ein Kleinkunstabend am ersten Abend ist für uns ein Muss, der Singewettstreit am Samstag natürlich die Hauptveranstaltung. Am zweiten Abend nach der Siegerehrung dann eine tolle Singerunde mit ausgelassener Feierstimmung. Am Sonntag wollen wir das Fest mit einer gemeinsamen Abschlussrunde nach dem Abbauen gemeinsam ausklingen lassen.

So weit, so gut. Anschließend sind uns dann aber noch viel mehr Fragen eingefallen: Küche? Waschstellen? Aufbaulager? Deko? Klos? Wasseranschluss? Jurtenburg? Also haben wir unterschiedliche Arbeitskreise innerhalb des Stammesrates gebildet, in denen jeweils eine Person aus dem Hauptplanungsteam vertreten war. Gelegentlich brauchten wir natürlich auch Hilfe aus anderen Stämmen, die uns jedoch von Anfang an aus allen Ecken angeboten wurde, danke dafür! Es ist schön zu sehen, wie wir als Pfadfinder doch auch immer alle zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen.

Es ist schön zu sehen, wie wir als Pfadfinder doch auch immer alle zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen.

Allmählich drehte sich jeder Stammesrat immer mehr um unser BuSiFe und die Planungstreffen fanden fast alle 3 Wochen statt. Fröhlich probierten wir bei einem der vielen Stammesräte den ein oder anderen Wein, um zu entscheiden, welcher für das BuSiFe der Beste war. Dabei diskutierten wir, ob es nicht cool wäre, als Lagereingang einen Katzenkopf aufzustellen und ans Ende des Lagerplatzes einen Katzenarsch. Umgesetzt wurde letztendlich dann aber doch nur der Katzenkopf. Nach ein, zwei Gläschen Wein vergaßen wir völlig, uns irgendwelche Weinnamen zu merken. So passierte es, dass es nicht nur bei dieser einen Weinprobe blieb. Was auch ein großes Thema in der Planung war, war die Frage, wie unsere Gäste am besten ein Bild von uns Wildkatzen bekommen. Letztendlich haben wir uns entschlossen, ein Museumscafe zu eröffnen, um welches sich Ronja mit sehr viel Mühe, Kreativität und Liebe zum Detail gekümmert hat. Und dann gibt es noch die Planungen, über die man noch nie nachgedacht hat, zum Beispiel wie viele Kubikmeter Holz man eigentlich beim Förster bestellen soll. Diese Frage haben wir aber mit einigen komplizierten Rechnungen auch noch beantwortet bekommen.

Nach und nach bekam unser Lager eine richtige Struktur und bis zum Aufbaulager war dann zumindest organisatorisch alles geplant. Nun müssen wir all unsere Planungen nur noch in die Tat umsetzen. Wir sind aber zuversichtlich, dass alles, pünktlich zum BuSiFe fertig ist.

Was für eine Arbeit. Doch wir alle sind uns einig: Die Mühe hat sich gelohnt! All der Stress in den letzten Wochen/Monaten und all die Zeit, die wir in die Planung investiert haben, waren es wert. Wir freuen uns auf das Lager mit euch und hoffen, dass es euch allen genauso sehr gefällt wie uns und wir unser Jubiläum, zusammen mit all unseren Gästen hier in Brühl, gebührend feiern können.

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#HellasGoesHipster https://haddak.de/hellasgoeshipster/ https://haddak.de/hellasgoeshipster/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:24 +0000 http://haddak.de/?p=5324 Weiter »]]> Die Idee zu diesem Artikel kam mir, als ich in Montenegro 13 Pfadfinder mit Hipsterbeuteln auf dem Rücken die Straßen von Herceg-Novi herunterspazieren sah. Vorab möchte ich euch bitten, keine voreiligen Schlüsse vom Titel des Textes auf den Rest zu ziehen. Des Weiteren möchte ich betonen, dass ich mit diesem Artikel keine pfadfinderischen Werte angreifen möchte. Dieser Text soll nur zeigen, dass pfadfinderischer Pragmatismus auch Hipstermode rechtfertigen kann. Außerdem könnte er vielleicht andere Pfadfinder dazu ermutigen, dass sie zu Entscheidungen stehen, auch wenn diese Entscheidungen nicht immer zu 100% der Lehrbuchpfadfinderei entsprechen.

Montenegro! Da soll die Reise hingehen. Bei fast jedem Vortreffen wurden klimatische sowie geographische Merkmale von Montenegro im Sommer mit Nachdruck hervorgehoben. »Es wird mindesten 40°C heiß….« , »Es gibt kaum trinkbares Wasser….« und natürlich blieben auch die Berge nicht unerwähnt.

Und das wollen wir Haiken. So weit, so gut! Doch leider drängte sich da bei uns ein kleines Problem auf: Wir würden nicht in einer schönen kleinen Vierer- oder Fünfersippe haiken können. Bei uns sind es 13 Männer und 3 Frauen, die in einer XXL-Haik Sippe durch das Land streifen wollen. Die Drei Mädels sind natürlich von dem Vogelsanger Mädchenstamm Zugvögel, mit dem wir von Hellas einen Horst zusammen bilden. Fühlt euch an dieser Stelle bitte herzlich gegrüßt.

Das Problem dabei war, dass neben meinem Bruder, meinem Cousin, Jake und mir, die meisten sehr unerfahren sind, was das Haiken angeht. Diese Begebenheit ließ uns dann nach und nach an unserem Ziel von 40km pro Tag zweifeln. Damit wir nicht vor Ort ohne Plan-B dastehen, entschlossen wir uns, uns die Option eines Standlagers offen zu halten. Von diesem Lager aus könnte man dann Montenegro mit leichtem Gepäck und unseren Wertsachen in einem kleinen Tagesrucksack erkunden. Aus diesem Entschluss folgte dann die Anweisung, dass sich jeder Teilnehmer einen kleinen Rucksack einpacken sollte. Für mich war klar, dass ich diesen Rucksack dann auch auf der Anreise als Verpflegungsbeutel benutzen werde.

Da ich ein großer Junge bin und viel Verpflegung brauche, durfte der Rucksack natürlich nicht zu klein sein. Doch zu groß, oder besser gesagt zu sperrig, durfte er auch nicht sein, denn ich hatte keine Lust eine Woche lang einen zweiten Rucksack mit mir rumzuschleppen. Vermutlich hätte ich ihn mir dann vor den Bauch geschnallt und wäre nach 20 Minuten, mit einer Kerntemperatur von 120°C, gar gewesen. Nach langem Überlegen erschien es mir als das Sinnvollste, meinen alten Sportbeutel zu nehmen. Er war geräumig, man konnte ihn gut tragen und verstauen und da es nur ein alter Beutel war, konnte ich sogar ein Loch hinein schneiden, durch das ich mein Wasserschlauch stecken konnte.

Trotzdem zögerte ich. Irgendwie musste ich doch mit mir hadern. Ich dachte mir: »Jetzt werden wir vermutlich kaum haiken, unsere Zelte auf einem Zeltplatz aufbauen und dann laufe ich auch noch mit einem Hipsterbeutel herum…«. Da hallte mir das höhnische und abwertende »Plastikpfadfinder!« von all denen durch den Kopf, die dies als einen Bruch der traditionellen Werte der Pfadfinderei ansahen. »Irgendwie haben sie ja Recht. Oder etwa nicht?« dachte ich mir wieder. Die Pfadfinderei und der aktuell boomende Hipsterkult haben ja mal wirklich nicht viel gemeinsam. Außerdem ist es mir selber auch ziemlich wichtig, Traditionen nicht zu verschandeln. Denn seinen wir mal ehrlich: Kluft, Halstuch und Hipsterbeutel ist nicht so BP-like.

Doch irgendwie konnte ich mich auch nicht damit abfinden, dass die Angst vor einer potentiellen negativen Einstufung durch andere Pfadfinder, mich daran hindert diesen praktischen Haikzusatz daheim zu lassen. Also wurde der Hipsterbeutel mit Proviant befüllt und mit in den Bus genommen.

Wie sich dann im Laufe der Fahrt herausstellte, war ich nicht der einzige Hellene, der sich so einen Beutel mitgenommen hatte. Mit einem Schmunzeln gehe ich aber davon aus, dass sich keiner außer mir über die Symbolik des Beutels so den Kopf zerbrochen hat. Für die Meisten war die Entscheidung bestimmt ganz einfach und klar. »Dat is en Büggel. Der Büggel is jut. Dä kütt met!«

Dat is en Büggel. Der Büggel is jut. Dä kütt met!

Nach einer langen Fahrt mit dem Reisebus kamen wir endlich in Montenegro an und unser Haik konnte beginnen. Natürlich kam es, wie es kommen musste. Wir begannen unseren Haik in Sutomore und hatten gleich am zweiten Tag den ersten heftigen Hitzschlag. Vollkommen egal, wie wir es auch versuchten, wir kamen immer nur langsam und mit steigenden Qualen voran. Nachts schliefen wir in einem kleinen Waldstück. Leider war dieser Ort scheinbar ein Treffpunkt für zwielichtige Gestalten und streunende Hunde. Die Musik, die ab 1:00 Uhr einsetzte und uns bis morgens um 4:00 Uhr beschallte, war ein Mix aus Balkanklängen, Moderntalking und Schlagerpop. Leider keine gute Mischung, um zu schlafen. Dementsprechend lag die Begeisterung dem Land gegenüber auf einer Skala von eins bis scheiße irgendwo zwischen »Iiiihhh BÄÄÄHH!« und »So hab ich mir das nicht vorgestellt.«

Trotzdem war die generelle Stimmung gut und voller Optimismus. Also ging es weiter. Grade meinem Bruder Gollum (Lukas Bartholme) schien es sehr wichtig zu sein, dass wir das Land mit den Füßen erkunden und zu bezwingen versuchten. Ich konnte ihn da wirklich gut verstehen. Auch ich sah diesen Haik als eine Chance, den Jüngeren das Haiken näher zu bringen. Doch was wir auch auf unserem Weg nach Bar und dann weiter Richtung Norden versuchten, es wurde nicht besser!

Es machte einfach keinen Spaß mehr! Jeder Tag fühlte sich so an, als würde man im Lehm rudern. Man steckt all seine Kraft in die Paddel, doch kommt einfach nicht vom Fleck. Trotz allem war die Haik Sippe aber immer wieder voller Vertrauen und top motiviert, wenn wir ihnen sagten, dass es bald leichter werden wird. Keiner wollte aufgeben. Jeder von Ihnen hatte genau gewusst, worauf er sich eingelassen hat. Doch je weiter wir kamen, umso hässlicher und touristischer wurde die Landschaft. Auch wenn die Abende immer lustig waren, sobald die Rücksäcke abgelegt und die Kothen aufgebaut waren, merkte man, dass viele mit den Kräften am Ende waren.

Uns Leitern war klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Und so kam es dann auch. Nachdem wir ein letztes Mal einen Haikversuch gestartet hatten, der auch wieder zermürbend war und uns kaum weiter gebracht hatte, entschlossen wir uns dazu, mit dem Bus bis nach Bijela zu fahren. Dort gab es einen Zeltplatz, auf dem wir problemlos die restlichen Tage verbringen konnten.

Für all diejenigen, die nicht wissen wo Bijela liegt, will ich hier kurz erwähnen, dass es eine Stadt ist, die in der Bucht von Kotor liegt. Für uns war diese Lage ideal. Denn nun konnten wir von dort aus die Bucht in Tagestouren erkunden. Rückblickend würde ich sagen, war dies das Beste, was wir machen konnten. Denn so konnten wir, mit unseren Hipsterbeuteln bewaffnet, Perast, Risan, Herceg-Novi und viele Berge der Umgebung in Ruhe besichtigen. Bei einer unserer Touren kamen wir auf einen Klettersteig, der uns bis auf die Spitze des Berges hinter Herceg-Novi brachte. Dort oben duftete die Luft nach allen wilden Kräutern, die dort wuchsen und die Aussicht offenbarte die wahre Schönheit Montenegros. Ich persönlich bin auch der Meinung, dass die Landschaft um die Bucht von Kotor, die ab und an von Beton Bauten zerschnitten und durch Häuser in venezianischem Stil abgerundet wird, das Herz von Montenegro ist.

Und nun schließt sich der Kreis. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir all dies nicht hätten erleben können, wenn wir unsere Hipsterbeutel nicht dabeigehabt hätten. Natürlich hätten es auch andere Taschen sein können. Doch irgendwie hat es das Schicksal so gewollt, dass 13 Hellenen in einheitlicher Kluft und mit Hipsterbeuteln durch die Innenstadt von Herceg-Novi spazierten. Voller Freude und mit einem leichten Gefühl auf den Schultern wurde die Stimmung immer besser und die Liebe zum Land immer größer.

Der Stamm Hellas auf Fahrt
Der Stamm Hellas auf Fahrt

Doch nun kam es wieder so, wie es kommen musste. Wir begegneten einer Bilderbuch-Haiksippe von den Wildkatzen. Auf ihren zarten Schultern türmten sich die Rucksäcke und auf ihren Gesichtern war eben der Ausdruck von Anstrengung und Zufriedenheit zu sehen, den man sich vom Haiken erhofft. Als ich sie dann so vom Weiten her kommen sah, dachte ich mir im Stillen: »Och man! Wie stehen wir denn jetzt wieder da? Während diese zierlichen Mädels sich hier durch die Straße quälen, sitzen wir hier mit unseren Beuteln und den Kugeln Eis im Magen an einer Bushaltestelle und warten auf den Bus, der uns zu unseren Zelten bringen wird.«.

Doch als sie dann näher kamen und wir den klassischen Smalltalk, den man in so einer Situation auszutauschen pflegt, spürte ich, dass von ihnen keinerlei Verachtung oder Geringschätzung kam. Ganz im Gegenteil. Irgendwie merkte man, dass sie sich freuten. Viele meiner Jungs begannen dann auch zu scherzen und strahlten scheinbar eine ansteckende Fröhlichkeit aus, die alle erfüllte. Es war wirklich schön. In den darauf folgenden Tagen überlegten wir Leiter, ob wir überhaupt nochmal haiken sollten oder nicht. Letztendlich kamen wir zu dem Entschluss, dass die Haik Sippe es selber entscheiden sollte. Wir stellten ihnen also die Frage, ob sie nach Risan Haiken oder mit dem Bus fahren wollten. Von Risan aus sollte dann der südliche Anhaik beginnen.

Die Antwort auf unsere Frage war eindeutig: »WIR WOLLEN HAIKEN!«

Und so war es dann auch. Und es war gut! Zwar führte unser Weg uns immer nur an einer Straße entlang, doch mit dem Ziel vor den Augen und einem fröhlich leichtem Lied auf den Lippen verging die Zeit wie im Flug. Als wir dann noch auf eine Sippe von Karthago-Persepolis trafen, wuchs unsere Freude umso mehr. Endlich mal bekannte Gesichter. Als wir dann am nächsten Tag in Risan ankamen, war die Stimmung durchweg fröhlich. Alle waren erschöpft und doch froh, dass sie es so weit geschafft hatten. Das Schönste daran war, dass eben diese gelassene Stimmung sich durch das ganze Bundeslager zog und es zu einem unbeschreiblich tollen Ereignis machte.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass der gesamte Haik mit der XXL-Sippe ein voller Erfolg war. Trotz Abstrichen gegenüber eines Musterhaiks haben wir doch den Grundgedanken vom Haiken perfekt umgesetzt. »Mach das Beste aus deiner Lage und hab Spaß!«. Und das könnt ihr mir glauben, Spaß hatten wir bei jeder Gelegenheit!

Spaß hatten wir bei jeder Gelegenheit!

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich mich durch diese Fahrt in meiner pfadfinderischen Einstellung ziemlich bestätigt fühle. Man sollte immer versuchen, Bewährtes zu wahren und dennoch immer Neues zuzulassen. Vor allem aber soll man zu dem was man tut stehen, denn nur so kann man auch dafür gemocht werden. Der symbolische Charakter des Hipsterbeutels hat mir hoffentlich dabei geholfen, euch diese Botschaft näher zu bringen.

Abschließend möchte ich mich noch bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass der Haik und das Bundeslager »Dobro Montenegro 2015« so ein tolles Erlebnis geworden sind. Ein besonderer Dank geht an meinen Stammesführer und Bruder Gollum, der unseren Haik geplant und gewissenhaft geführt hat. Danke dafür!

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»Was machst du da auf dem Foto?« https://haddak.de/was-machst-du-da-auf-dem-foto/ https://haddak.de/was-machst-du-da-auf-dem-foto/#respond Sat, 18 Jun 2016 10:00:20 +0000 http://haddak.de/?p=5343 Weiter »]]> Hallo Dr. Fahrt,

ich habe auf dem Pfingstlager supertolle Fotos gemacht. Kann ich die jetzt, so wie sie sind, verteilen? Wir haben einige coole, peinliche Fotos dabei.

Liebe Grüße, Nils

Lieber Nils,

was genau du mit deinen Fotos machen kannst und darfst, regelt ein Gesetz. Darüber wollen wir hier nicht reden, dass solltest du aber auf jeden Fall mal nachgucken (beispielsweise im haddak 1/2012 auf Seite 20 oder im Netz unter www.haddak.de/fotorecht).

Ich möchte dich aber darauf hinweisen, was man mit Fotos erzeugen kann.

Ganz generell sind Fotos natürlich toll! Ein jeder von uns erinnert sich gerne an coole Aktionen, wenn man die Fotos anschließend sieht (deswegen blättern die meisten haddak-Leser zu »Bund gemischt«, dort haben wir immer Bilder aus den Gruppen). Natürlich sind Fotos auch richtig gut, um die Eltern zu beeindrucken, ob beim Elternabend oder bei Werbeaktionen. Auch andere Leute freuen sich: Man nehme »alte Säcke« oder die Omi, die das Stammesfoto in der Zeitung entdeckt und es dir stolz ausgeschnitten überreicht.

Doch einige Fotos sind auch nicht so gut. Neben der Qualität (eines deiner Bild ist zum Beispiel zu dunkel, ein anderes verwackelt) gibt es auch andere inhaltliche Stolperstellen. So kann der Sippling im Hintergrund gerade eine unschöne Geste zeigen, der Wölfling genüsslich in der Nase bohren oder der Rover sitzt vor Liebeskummer weinend mitten im Bild. Solche Fotos sind für die Personen auf den Bildern unvorteilhaft und die finden das sicherlich doof, wenn man ausgerechnet dieses Foto in der Zeitung abdrucken lässt. Auch sollte man etwas vorsichtig sein, was man ins Internet stellt (das vergisst nie). Wenn zum Beispiel die junge Sippe gerade Nacktbaden geht, kann sich das Foto davon rasend schnell im Internet verbreiten und gleichzeitig wird es häufig aus dem Zusammenhang gerissen.

Es lassen sich also ganz allgemein ein paar Tipps geben: Achtet darauf, dass ihr nur das weitergebt, was alle, die auf dem Foto zu sehen sind, in Ordnung finden. Passt darauf auf, dass auf einem Foto keiner ein komisches Gefühl haben muss. Wer auch nicht auf dem Bild sein möchte, muss nicht. Fragt vorher lieber nach! Die Fotos sollen euch allen als Erinnerung dienen und Spaß machen. Achtet darauf, dass wirklich jeder diesen Spaß auch hat.

Nach dem Pfingstlager kannst du dann gemeinsam in der Gruppe die Fotos aussortieren und zugleich das beste Foto und das missratenste Foto aussuchen und hoffentlich viel Spaß dabei haben.

Dein Dr. Fahrt

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